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Vielmännerei? Matriarchat?
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Dieser kunstvoll
verzierte Tontopf enthielt Hammel- fleisch, das den Toten wohl als
Proviant auf ihrer langen Reise ins Jenseits mitge- geben wurde. |
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Um
jede Frau lagen zwei bis drei Männer, woraus die Forscher schließen, dass
eine Art Vielmännerei üblich war, zumindest scheint der Status der Frauen
hoch gewesen zu sein. Lederbeutel mit kleinen Messern und Kräutern bei
einigen weiblichen Mumien weisen auf spezifische medizinische Kenntnisse
hin, worauf auch Spuren am Nacken einer männlichen Mumie, ein mit
Pferdehaaren vernähter Operationsschnitt, hindeuten. Eine weibliche Mumie,
die ca. aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. stammt, trug einen 60 cm langen,
spitzen Hut mit flacher Krempe.
Dr. Barber hierzu in "The Mummies of
Ürümchi":
"Eine andere Frau - ihr Skelett wurde
neben dem eines Mannes gefunden - trug immer noch einen unglaublich hohen,
konisch geformten Hut, der genauso aussah wie die, mit denen wir Hexen
abbilden, die auf ihren Besen reiten, oder die mittelalterliche Zauberer
tragen, die ihre Bannsprüche murmeln. Und so seltsam es klingt - diese
Ähnlichkeit ist vielleicht kein Zufall. Unsere Hexen und Zauberer bekamen
ihre hohen, spitzen Hüte aus dem Land, aus dem wir auch die Worte Magier
und Magie bezogen, nämlich Persien. Das persische oder iranische Wort
Magus (verwandt mit dem deutschen Wort Macht) bezeichnete einen Priester
oder Weisen, besonders in der zoroastrischen Religion. Magi kennzeichneten
sich mit hohen Hüten, und sie kannten sich auch in Astronomie, Astrologie
und Medizin aus, wussten, wie man die Winde und das Wetter durch mächtige
Magie beherrschte und wie man die Geisterwelt kontrollierte."
Von Professor Mair erfahren wir weiterhin,
dass das alte chinesische Wort für einen Hofzauberer "mag" lautete, was
nach ihm phonetisch der gleichen Wurzel entstammt wie "Magi". Interessante
Querverbindungen tun sich auch auf, wenn man den chinesischen Buchstaben
für "mag" betrachtet: ein Kreuz mit leicht ausgefransten Enden, gleich
demjenigen, das die mittelalterlichen Tempelritter als ihr Symbol
benutzten!
Verbindungen zu den Externsteinen?
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Diesen mehr als
2000 Jahre alten Hut trug eine in Subashi begrabene Frau. |
Zu den
hohen Hüten noch eine kleine Bemerkung am Rande: Als ich die Bilder für diesen Bericht zusammenstellte, fiel mir in meinem
Archiv ein Bild von den Externsteinen in die Hände. Dies erinnerte mich an
ein interessantes kleines Schauspiel dort. Hoch oben
auf den Felsen in einem heute nach oben offenen - früher eventuell
geschlossenen - Raum (dem so genannten Sazellum) scheint zur Sonnenwende
die Sonne durch ein kreisrundes in den Felsen geschlagenes Loch. Der
Lichtschein wandert dann über die Wände des Raums und bildet dabei über
einem an einer Ecke in den Felsen gemeißelten, stilisierten Gesicht einen
hohen, golden scheinenden Hut. Sonne... hoher Hut... könnte es vielleicht
Verbindungen geben? Das klingt natürlich erst mal mehr als weit hergeholt.
Die Möglichkeit, dass ein Volk, das mit
diesem Mumienvolk verwandt war, ähnliche Riten und eine ähnliche Religion
besaß, auch im Gebiet um die Externsteine siedelte und dieses auffällige
Steinensemble - für was auch immer - nutzte, liegt aber durchaus im
Bereich des Möglichen.
Im Laufe der Jahrtausende scheinen die Externsteine für vielerlei gedient
zu haben, es gibt heute viele Theorien darüber, welche Bedeutung sie
einmal hatten.
Fakt ist allerdings, dass
zwar durchaus einiges an diesen Theorien interessant und logisch klingt,
genau genommen aber niemand heute - mehr - wirklich weiß, wie und wofür
sie ursprünglich genutzt wurden. Sicher ist aber, dass es auch schon eine
Nutzung in dem Zeitraum gab, aus dem die Ürümchi-Mumien stammen, dies ergaben zumindest
die Untersuchungen von Prof. Wagner (Max-Planck-Institut Heidelberg).
Dieser datiert die Nutzung der in den Felsen geschlagenen Höhlen auf 1000
- 2000 v. Chr., die Hallstatt- und Latène-Zeit. Und diese Nutzung der
Höhlen hatte etwas mit Feuer zu tun (diese machten die Zeitbestimmung
überhaupt erst möglich), die mit einer Hitzeentwicklung um 500°C aufwärts
gebrannt haben müssen. Dies bestätigt auch eine kernphysikalische Analyse
von Gesteinsproben der so genannten Hauptgrotte der Externsteine durch
Prof. Wolfhard Schlosser, die auf brennende Feuer um rund 1100 Jahre v.
Chr. kommt. Nun
aber wieder zurück zu unseren Mumien aus China. |